Schule für Erziehungshilfe und Freie Förderschule
 

     

"Wir sind keine Bewunderungsanstalt für brave Kinder."

                                                           (Rudolf Steiner)

 

Auf der Grundlage der Waldorfpädagogik will die Hofschule Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Möglichkeit geben, sich sozial zu integrieren, in stabilen Lerngruppen zu lernen und ihnen den Wechsel der Klassen und Bezugspersonen zu ersparen. In unserer Schule können Kinder und Jugendliche aufgefangen werden, die in ihren emotionalen und sozialen Verhalten so auffallen, dass sie im normalen schulischen Rahmen nur unter Schwierigkeiten unterrichtet werden können.

Der Unterricht orientiert sich am Lehrplan der Freien Waldorfschulen und dem Lehrplan der heilpädagogischen Schulen. Die grundsätzliche Aufgabe unserer Schule besteht darin, die Kinder und Jugendliche auf ein weitgehend selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Durch die Schulbildung sollen die jungen Menschen befähigt werden, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden und sie auch verantwortungsvoll mitzugestalten.

Zur Erreichung dieser Ziele vertraut die angewandte Pädagogik auf einige Grundprinzipien, die sich in jahrzehnte langer Erfahrung entwickelt und aufgebaut hat. Daher dienen Lerninhalte und Unterrichtsmethoden nicht nur der Wissensvermittlung sondern haben vor allem erzieherischen und persönlichkeitsentwickelnden Wert. Das setzt voraus, dass sich die Pädagogik an der Erkenntnis des heranwachsenden Menschen orientiert.

Der Unterricht entfaltet sich im Spannungsfeld von altersgerecht aufbereiteten Unterrichtsinhalten. Die Schüler werden ihrer Entwicklungsstufe entsprechend gefördert. Eine umfangreiche Methodenvielfalt soll dem individuellen Lernzugang der einzelnen Kinder/Jugendlichen gerecht werden und den selbigen fördern.

Im Rahmen der pädagogischen Arbeit der Hofschule beschreibt der Begriff "Landwirtschaft", auf dessen Gelände sich die Hofschule ja befindet, keine wirtschaftliche Produktionstätigkeit der Kinder, sondern landwirtschaftliche Arbeit im heilpädagogischen Kontext. Dies bedeutet hier, der pflegerische Umgang mit Tieren, sichere Orientierung auf dem Gelände, erkennen strukturierender Tätigkeiten, verbunden mit alltäglichen pflegerischen Hausarbeiten, sowie die gärtnerische Pflege und Ernte von Beeten und Saaten.

Damit die Kinder und Jugendlichen den Sinn des Lebens, den Sinn einer späteren Berufswahl erkennen und erleben können und ihre angeborene Entdeckerlust nicht verlieren sollen - dann müssen wir sie teilhaben lassen. Gemeinsames Gestalten, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein, gemeinsame Ziele und Projekte entwickeln und gestalten - dies schenkt Lebensfreude, weckt Mut und Begeisterung.  In Verbindung mit der Landwirtschaft erleben die Schüler eine Gemeinschaft, die sich kümmert, plant und verwirklicht. Sie erfahren Anerkennung, entwickeln Selbstvertrauen, lernen eigene Grenzen kennen und erkennen Sinnhaftigkeit im Tun. 

Die Schüler werden gemeinsam in klassenübergreifenden Lerngruppen unterrichtet. In der Unterstufe werden die Klassen 1 und 2 gemeinsam unterrichtet, in der Mittelstufe werden die Klassen 3,4 und 5 und in der Oberstufe 6,7 und 8 zusammen beschult. In der 9. Klasse werden die Jugendlichen im intensiven Förderunterricht auf einen möglichen Schulwechsel bzw. die Abschlussprüfung vorbereitet.