Waldpädagogik und Köhlerei

                               

 

 In einer Spaß- und Mediengesellschaft sind Kinder und Jugendliche zunehmend auf der Suche nach noch mehr Action, noch mehr Abenteuer. Die Abenteuer werden aber nur noch auf dem Bildschirm erlebt, man bewegt sich in einer unrealen Welt, erlebt unrealistische Momente und macht leblose Erfahrungen. Dabei liegt ein wunderbarer Erlebnisraum voller Herausforderungen, Aufgaben, Mutproben und Abenteuer direkt vor der Tür. Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten wie Laufen, Springen, Klettern und Balancieren wechseln sich mit abenteuerlichsten Erfahrungen wie Lagerbau, Lagerfeuer, Stockbrot backen und Holzkohle herstellen, ab. Eine Nachtwanderung fordert ihren Mut, ihre Wahrnehmungsfähigkeiten und ihren Orientierungssinn aufs äußerste. Spiele im und um das Thema Wald runden auf vielfältigste Weise dieses Abenteuer Wald ab.

Kinder und Jugendliche wollen sich bewegen. Bewegung ist Lebendigkeit, Bewegung weckt die Lebensgeister, Bewegung regt zum Tun, zum Nachdenken an. Nur der bewegte Mensch entwickelt sich vorwärts, entwickelt sein Denkvermögen und seine sprachlichen Fähigkeiten. Der Wald ist ein bewegender Lehrmeister, er vermittelt Freiheit, Schönheit und Respekt vor Gottes Schöpfung. Die Kinder und Jugendlichen werden ganz unbewußt mit allen Sinnen gefordert und gefördert. Sie lernen den Wald als Lebensgrundlage, als Arbeitgeber und als Erholungsraum kennen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen wichtigen Ressourcen ist aber nur möglich, wenn man das notwendige Wissen über den Wald als Gesamtheit und die Pflanzen und Tiere als Bestandteil erkennen und kennen lernen darf.

Im Frühling wecken die frischen, hellgrünen Knospen unsere Lebensgeister. Diese erwachende Stimmung belebt und wirkt hoffnungsvoll erfrischend auf die Psyche. Im Sommer spendet uns der Wald einen kühlenden Schatten, im Herbst erfreuen wir uns an der Vielfalt der bunten Blätter und im Winter erleben wir Kälte und Nässe. Die Natur schult unsere Sinneswahrnehmung durch vielfältige Eindrücke, wir nehmen an der Gesamtheit dem wiederkehrenden Werden und Vergehen teil und erleben uns selbst als Besandteil der Natur.  

Das Erleben des alten Köhlerhandwerkes in Mitten eines lichten Waldstückes, ermöglicht den Kindern und Jugendlichen an  der traditionellen Verkohlung des Holzes teilzuhaben. Mit Unterstützung des zuständigen Försters wird das benötigte Buchenbrennholz aus den umliegenden Wäldern auf das Gelände der Köhlerei gebracht. Hierbei fallen die verschiedensten Tätigkeiten wie das Sammeln von Stecken, spalten und sägen, aufladen und transportieren an. Die Kinder und Jugendlichen erhalten einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Köhlerei und bekommen einen Bezug zum forstwirtschaftlichen Kreislauf. Die Köhlerei entsorgt den Wald von wertlosem Brennholz und veredelt es zu wertvoller Holzkohle.

Von Anfang Mai bis Ende Oktober können Schulklassen und andere interessiert Kleingruppen nach Anmeldung in eigener Herstellung traditionelle kleine Erdmeiler aufbauen, in denen abgekohlt und geerntet wird. Besonders aufregend hierbei ist, dass die Meiler durch Nachtwachen und Schichtdienste unter ständiger Beobachtung sein müssen, da das Feuer stetig glimmen aber nicht brennen darf. Dies bedeutet, dass die Gruppen auf dem Gelände der Köhlerei für dieses einmalige Erlebnis in Zelten übernachten.

Wenn Sie Interesse haben oder nähere Informationen haben wollen, rufen Sie uns einfach an: (07321) 274995!