Tiergestützte Pädagogik
 

                                                                                                                             

 

Der Mensch ist ein soziales Wesen, sein Überleben war nur durch das soziale Miteinander von Mensch zu Mensch und von Mensch zu Natur möglich. Von Anbeginn an, wollte der Mensch mit anderen Lebensformen in Verbindung treten. Der Mensch war immer ein Teil der Natur und diese innige Verbundenheit bildet die Basis für die innige Sehnsucht nach einer Teilhaftigkeit des Menschen in der Natur.
Eine ganz besondere natürliche Beziehung bildet die Mensch-Tier Kommunikation. Tiere können Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit stillen, Tiere spüren wie wir Menschen das Bedürfnis nach Wertschätzung, Liebe und Akzeptanz. Tiere können wichtige Helfer und Brückenbauer in der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen sein. Ganz besonders dann, wenn eine direkte Kontaktaufnahme einer Beziehung zum Menschen problematisch oder gar unmöglich erscheint. Tiere sind seit Urzeiten die Begleiter des Menschen, Tiere bewerten nicht, Tiere verurteilen nicht und Tiere berechnen nicht. Tiere nehmen den Menschen so wie er ist!
Gerade bei Menschen deren sozial-emotionale Entwicklung gestört ist, begegnet uns oft die Problematik, dass eine tragfähige Beziehung nicht oder nur sehr störanfällig möglich ist. Hier sind Tiere einfach durch ihre bloße Existenz hilfreiche Begleiter, sie helfen uns Spannungen ab- und Erwartungen aufzubauen. Unsere verbalen und nonverbalen Kommunikationsmöglichkeiten werden angeregt, die Beobachtungsgabe wird gefördert, wir lernen jedes Tier artspezifisch kennen, eignen uns neues Wissen an und versuchen ein harmonisches Miteinander durch täglich widerkehrende pflegerische Tätigkeiten herzustellen. Jede Begegnung setzt ein sich wahrnehmen, eine Annäherung, eine in Kontakt kommen, ein sich lösen und Abschiednehmen voraus. Durch diese Erfahrung des Angenommenseins werden die Tore zu neuen Beziehungsmöglichkeiten, Beziehungsqualitäten geboten. Ängste und Zweifel können sich lösen, positive Momente führen zur Stärkung des Selbstwertgefühles.
Gerade Kinder und Jugendliche sehnen sich nach einem eigenen Haustier, einem Freund und Gefährten, der sie tröstet, sie begleitet und sie beschützt. Bei uns lernen die Kinder ein verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren, planerisches Erfüllen der gemeinsamen täglichen wiederkehrenden Aufgaben und die nötige Zusammenarbeit rund um unsere eigene Tierhaltung. Unsere fünf Esel (Charly, Ole, Mia, Ronja und Maja) benötigen eine völlig andere  Art der Zuwendung und Verpflegung wie z.B. unsere Hühner und Enten. Aber auch jedes Federtier ist artspezifisch anzuschauen, individuell zu pflegen und in seiner Eigenart zu respektieren. Auch unsere Labradorhündin "Lotta" bereichert den Alltag der Tagesgruppe und den der Schule ungemein. Alle vierbeinigen "Co-Pädagogen" bringen viel Freude, aber auch Verantwortung mit in die Gruppe.

Der Umgang mit unseren Tieren fördert den Respekt vor jedem einzelnen Lebewesen, Rücksichtsnahme, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewußtsein. Die Sinne werden umfassend angeregt, die Bewegung gefördert und gefordert. Die Tiere helfen unseren Kindern die Natur neu zu entdecken und verantwortungsvoll mitzugestalten. Die Hilfsbereitschaft wird gefordert und wird angenommen, Zusammenhänge werden erkannt, Gefahren abgewehrt und die Kinder und Jugendlichen stellen sich einem Lebewesen verantwortungsvoll gegenüber.
   

                                            

 

 


Unsere "Co-Pädagogen"Unsere "Co-Pädagogen"